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Auf einer Wand in Lima: "Wild nennen sie den überlaufenden Fluss, aber nicht das Schwein, das ihn zum Überlaufen bringt."
Zwei Dinge haben mich dazu bewegt, diesen Film zu machen. Eins davon ist das vorhergehende Zitat, das ich eines Tages sah, als ich durch die Straßen meiner Heimatstadt lief. Das andere ist meine Begegnung mit dem echten Santiago, einem jungen peruanischen Ex-Soldaten. Durch seine Großzügigkeit, Menschlichkeit und Zuneigung wurde mir die Gleichgültigkeit der Regierung und Gesellschaft meines Landes gegenüber den Leuten bewusst, die an ihr Land geglaubt hatten.
Für mich repräsentiert der Hauptcharakter Santiago Roman eine betrogene peruanische Generation, die ihre Jugend gegen Kampferfahrung eintauschte und anschließend heimkehrte um dort in einer Gesellschaft, die ihrer Heldentaten vergessen hatte, ums Überleben zu kämpfen - eine Gesellschaft, in der das Regierungssystem Kinder auf Krieg trimmt, um sie dann in der Zeit des Friedens im Stich zu lassen.
"Dias de Santiago" ist ein intimer und geballter Film über die Stadt, die schon immer mein Zuhause gewesen ist. Er zeigt die ungeschminkte Wahrheit des städtischen Lebens, die Straßen, den Dunst, den Verkehr. Deshalb hat er keine Rückblenden. Die Erinnerungen an den Krieg jagen immer durch Santiagos Kopf, und finden Ausdruck in seiner Off-Stimme. Dabei kontrastiert diese Welt, die wir nur hören können, mit der die wir sehen. DIAS DE SANTIAGO ist eine Geschichte über die Suche eines Mannes nach Gerechtigkeit und Gleichgewicht in einer chaotischen Welt.
Sowohl der visuelle Stil als auch die Struktur des Films sind bewusst gewählt und stellenweise sogar bruchstückhaft, genau wie sein Protagonist. Wenn Santiago zu Beginn der Handlung eine Richtung fehlt, kämpft parallel dazu auch der Film darum, eine Richtung zu erlangen. Es gibt keinen klaren Weg, kein klares Ziel. Erst als er sich entschließt, ein neues Leben zu beginnen, erlangt der Film ein höheres Tempo - und von diesem Punkt fließt die Handlung mit hoher Geschwindigkeit unentwegt, dem Hauptcharakter bei seinem Kampf folgend, sich einzupassen und diejenigen Leute zu retten, denen er im zivilen Leben begegnet. Die meiste Zeit werden Freihandkameraeinstellungen verwendet, wohinter der Versuch steht, das Publikum näher an den Geisteszustand des Charakters zu bringen, an seine Paranoia, Instabilität und soziale Zerbrechlichkeit. Deswegen ist der Schnitt manchmal sprunghaft, um die Beklemmung der Impulse, die durch seinen Verstand rasen, zu vermitteln. |
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